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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Der Unmut über gesetzliche „Bevormundung“

Sonntag 26. Juli 2009 von htm

Online-Kommentar zu Schluss mit der Bevormundung (Quelle: Google Alkohol Alert, 24.7.09) ftd.de, 24.7.09
Kontrabass: Weiter denken!
Der Unmut ob der Diskussion über neuen Gesetzesbedarf ist an sich verständlich. Nur, es wäre sinnvoll, wenn man sich die Mühe nähme, nicht dabei stehen zu bleiben, sondern etwas weiter zu denken. Nach Gesetzen wird gerufen, wenn die normalen zwischenmenschlichen Konfliktlösungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind oder die Bereitschaft fehlt, zu Gunsten der Gemeinschaft gewisse kleine Zugeständnisse zu machen.
Hier geht es vor allem um die Gewaltbereitschaft meist von Jugendlichen, wobei sie bei Erwachsenen genauso vorkommt. Gemäss offiziellen Stellen ist in der Mehrzahl der Fälle Alkohol der enthemmende Faktor, der Gewaltbereiten die Zügel schiessen lässt. All die andern Faktoren, wie fehlende Berufsaussichten, soziale Hürden, Armut, Erziehung, usw., sind langfristige Aufgaben, die nur schwierig anzugehen sind, mit denen man sich schon lange abmüht. Der Faktor Alkohol hingegen wäre verhältnismässig leicht zurückzubinden, wenn die Gesellschaft dies wollte. Obwohl die Wissenschaft die wirksamen Massnahmen zur Senkung des Konsums und damit der Schäden vor Jahren aufgezeigt hat, weigert sich die Politik, das heisse Eisen anzupacken. Statt dessen werden solche äusserlichen, störenden Symptome bekämpft, was lokal etwas bringen mag, aber am grundsätzlichen Problem nichts ändert. Die Bevölkerung, durch Werbung und Dauerberieselung in den Medien falsch informiert (von der Wiege bis zur Bahre braucht jede und jeder Alkohol) und auch der Hoffnungslosigkeit preisgegeben (man kann doch nichts machen), geben den Politikern die nötige Unterstützung nicht, die diese brauchen, um den Mut zu wirksamen Massnahmen aufzubringen. So bleibt es bei den Alibiübungen, um zu zeigen, dass man etwas tut. Die Dummen sind wir alle. Wir leiden weiter unter den Schäden und zahlen brav die riesigen Sozialkosten, die von den lächerlich niedrigen Alkohol-Steuern bei weitem nicht gedeckt werden. Für weitere Informationen empfehle ich www.alkoholpolitik.ch.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 26. Juli 2009 um 14:25 und abgelegt unter Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Leserbriefe, Politik, Verhältnis-Präv.. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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